MonatsKlick

Dezember 2016

Schnell Brötchen (ver)kaufen – das ist out!

clqlxltwgaa3fyuAch, wie war das einfach früher: Samstags noch in Pantoffeln und Trainingshose zum Bäcker huschen, rasch Brötchen und Brot geordert. „Gern! Macht dreifuffzich“, forderte dann die Verkäuferin und reichte den begehrten Samtagsgenuss über den Tresen. Zack, bezahlen und ab nach Hause an den Frühstückstisch, um das Verwöhnaroma aus der Papiertüte in den Brotkorb zu schütteln. Die Kaffeetasse und die Tageszeitung schon griffbereit wie auch Butter, Marmelade und Aufschnitt. Fertig und einfach genießen.

Brot und Brötchen wollen beraten werden

Heute ist das komplizierter: Es gibt keinen altbekannten Bäcker um die Ecke mehr. Brötchen und Brot aber schon. Aber dieses wunderbare Grundnahrungsmittel wird nicht mehr von schlichten Bäckern verkauft, sondern von „Brotsommeliers“ und „Botschaftern für das Brot“ und hinter dem Tresen steht nun eine „Brotberaterin“. Die Stunde der Brotexperten ist gekommen. Und was machen die jetzt anders und gar vielleicht besser?

Eine Brotsommelier beispielsweise beschreibt dies auf seiner Website so: „Das Thema Brot gewinnt an Bedeutung, auch in den Medien. Hierzu braucht es Brotexperten, die bestens in der Lage sind, ihr Wissen in den Medien und auch gegenüber Kunden darzustellen. Wir sind heute die Meister des Brotgeschmacks. Wir stehen gegen eine Geschmacksuniformierung unseres Kulturgutes Brot sowie gegen die sogenannte „Käfighaltung“ von Brot im Selbstbedienungsbereich des Einzelhandels. Wir wollen Brot mal anders denken!“

Es gibt jetzt – mit deutscher Gründlichkeit konzipiert – für angehende Brotsommeliers einen Kurs bei der Bundesakademie des Bäckerhandwerks. Hier lernen sie „umfangreiche sensorische Fertigkeiten“ ebenso wie  „tiefe Kenntnisse über die nationale wie internationale Brotkultur“ und vor allem wissen sie dann endlich, welches Brot zu welcher Speise passt. Der Fachausdruck hierfür kommt aus dem Englischen: Food-Pairing. Für Laien übersetzt: Darf sich die Kartoffel in eine Schrippe verlieben? Oder die Spaghetti-Carbonara in ein Pumpernickel?

Brot und Brötchen sein oder nicht sein

Der einfache Wunsch oder ein samstägliches Gelüst nach Brot und Brötchen scheint vollkommen out. Es gibt deshalb keine schlichten Kunden in der Bäckerei mehr, sondern Brotentdecker, Experten in Brotdingen, weil alle längst von Brotberaterinnen oder -beratern aufgeklärt wurden, über die Nährtstoffe im Croissant und in Weltmeisterbrötchen, über Allergene im Weizen und die schlimmen Folgen von Fehlernährung.

Oder kann all das durch eine andere Brötchenbrille gesehen werden? Bezeichnet die neumodische Berufsbezeichnung „Brotberater*in“ nicht schlicht die Tätigkeit einer ungelernten Verkaufshilfskraft? Oder wird ihr karger Lohn plötzlich zu einer Gage? Es scheint alles in allem: Kompetenzen werden verbal in ungeahnte Höhen gesteigert, alltäglicher Konsum zur Expertise aufgeblasen, um – ja, wofür denn?

Die Kaffeetasse dampft, die Zeitung wartet – eigentlich hat sich doch gar nichts verändert. Wie beruhigend.

 

Juli 2016

Brückenfest in Kreuzberg, Kunst und noch mehr Kunst … An der East Side Gallery große Fotos, die den Krieg in Syrien dokumentieren. Stadtromantik trifft auf Kriegswahnsinn. Ganz eigenwilliger Moment in Berlin.

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Januar 2016

Einmaliger Blick auf den Alexanderplatz, so nah schien mir der Fernsehturm selten, ein Kreuzgang zwischen Welt, Bahnhof und Tram, mit Puderzucker und Menschen. Idee: mit der Welt und TV-Turm Billard spielen. Berlin – deshalb lebe ich hier so gerne!

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November 2015

Preisfrage: Eine Ablage im Bad für mehrere Menschen? Oder nur für einen? Auf welches Alter lässt es schließen und auf welches Geschlecht?

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Februar 2015

Endlich mal eine Umarmung auf Augenhöhe!!!!

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Januar 2014

Wer glaubt an Weihnachtsmann und Osterhase? Wer wusste, dass der gutmütige Geschenkebringer sich häuten kann? Ich kann es beweisen…

 

 

Erst einmal das neue Jahr vorüber rauschen lassen – mal so einen Augenblick lang. Dann hineingleiten ins volle Leben. Allen ein gutes und gesundes neues Jahr.

 

Juli 2013

Schöne Aussicht. Ach, die Algarve als schöne Erinnerung. Kein Fake, wirklich nicht!

Mai 2013

Neue Herausforderung! Seit Mai bin ich nun stellvertretende Vorsitzende des pro familia-Bundesverbands! Eine spannende Aufgabe – natürlich ehrenamtlich :-))

April 2013

SchneeHasenOsterFest. Die Zeit ist umgestellt, es bleibt schon richtig lange hell. Dennoch will man lieber in der Bude bleiben, draußen ist es einfach kalt, die Schneereste wirken wie vergessene Klumpen, die Wintermäntel dreckig und speckig, die Handschuhe schon zweimal verloren, dann also zwei verschiedene tragen, die Wintersocken kriegen löcher – irgendwie ist der Winter abgenutzt und auch seine Freunde und Freuden. Aber er bleibt, deshalb haben sich die Schneeosterhasen grün gefärbt, um sich in der Landschaft durchzusetzen mit ihrem Fellkleid und den Osternestern. Irgendwann wird es Frühling, das wissen wir. Aber wann denn nur? Die Zugvögel bremsen ab und fliegen retour, die Bienen hungern, weil sie keine Blüten finden, die Menschen ohne Wohnung müssen noch immer durchhalten draußen. Es wird wirklich Zeit für alle, dass es Frühling wird!

 

 

 

 

 

 

 

 

November 2012

Toll und traurig. In Rothenmoor (Mecklenburg-Vorpommern) steht ein altes Gebäude leer. Seit Jahren. Klar gibt es einen Investor, der hier schon viel Land und Immobilien kaufte, u.a. eben dieses kleine Schlösschen. Eine Verwendung dafür hat er nicht, auch kein Konzept. Toll bleibt es, dort einzusteigen und in den vielen Räumen und Treppenhäusern auf Entdeckungstour zu gehen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Schon sieht man den Verfall – auch, dass Vieles geklaut wurde. Aber der Zustand ist noch nicht so arg, als dass man nicht visionär das alte Schlösschen mit Leben füllen könnte – man bräuchte aber VIEL Geld und gute Ideen – und ernst gemeinte Investitionen. Sind aber nicht in Sicht. So wird es wohl bleiben – ein Abenteuerspielplatz – eine Ruine werden. Jetzt noch morbide schön.


Einladend – hier ein Portraitstudio?

Oktober 2012

Tor leer – Tor voll! Gestern – 16. Oktober 2012 – habe ich mein erstes Länderspiel live gesehen! Berlin Olympiastadtion, WM Qualifikationsspiel 2012 Schweden – Deutschland. Fast 73.000 Zuschauer_innen, eine davon war ICH. Sagenhaft! Aufregend! Gute Stimmung – bei Schweden und Deutschen! Schon in der S-Bahn – sehr gut gefüllt – sangen alle ihre Fan-Lieder. Gemütliches Trinken und BratwurstBrezelEssen allerorten. Dann mein Sitz, genau hinter einem Tor, Block 34.1, wohl Hertha-Fankurve sonst. Weiß ich nicht so genau. Bin ja Laie. Egal. Dann die erste Halbzeit, ein deutsches Tor, dann zwei, dann drei, dann vier! Nee, so einfach sollte das sein?! Davon waren jetzt alle überzeugt. Voran die deutschen Spieler. Manuel Neuer – die 1 – hat wohl schon gefroren, so wenig hatte er zu tun. Gut, Abfiff! Aufwärmen und schon feiern. Jedenfalls alle meine Nachbar_innen waren logischerweise mehr als gut gelaunt. Das deutsche Tor ganz leer! Außer einem gelangweilten Neuer natürlich. Ja dann – dann – dann – dann (vier Mal!)
Sollte alles ganz anders werden, mit dem leeren Tor! Da hat dann der – angeblich teuerste Spieler aller Zeiten – Ibrahimovic die übereifrig lässigen Deutschen wachgerüttelt! Neuer, dem war jetzt schon wärmer, und das deutsche Tor ein viertel voll. Das wusste da aber noch keiner, dass es erst ein Viertel war. Denn schon bald: halb voll. 4:2. Dreiviertel voll. 4:3. Und ein paar Sekunden vor Abpfiff ganz voll! Satte 4:4! Erste Sahne. Ganze Torte. Für beide Mannschaften gleich große Stücke.
Acht Tore in anderthalb Stunden – einfach legendär!!! Wir vermuteten: Löw kocht, Neuer will sich verstecken – und der Rest hofft, dass er nicht zum Kommentar vor laufender Kamera eingeladen wird. So viel Tore für so wenig Geld, das lass ich mir gerne gefallen! In der S-Bahn kommentiert ein Zuschauer – das liegt am Austragungsort. So was Peinliches könnte nur in Berlin passieren! Gut, dass die WM 2014 ganz weit weg in Brasilien stattfindet. Wenn in den nächsten Qualifikationsspielen das deutsche Tor ein wenig leerer bleibt… dann fliegt die Mannschaft ja dahin – zum Zuckerhut. Das wird süß.


Großartiger Anfang!

DreiFarbenHut bringt Glück :-))

Neuer – unser Held, die Nr. 1

Warten, dass was passiert. So ein leerer Strafraum, so ein leeres Tor!

Und dann – ein Ball wird noch gefangen, aber später… Das wollen wir gar nicht sehen.

 

Luftleerer Raum. Es scheint ein schwebende Spinne am See, riesengroß. Die Fäden kaum zu sehen… Genießt die untergehende Herbstsonne am Gransee!

Herbstloch. Ja, es ist Herbst!!! Ja, die Bilder kennen wir. Dennoch: So blau und so rot. So satt.

Fröhliche Gase. Einer solch netten Aufforderung sollte man schleunigst nachkommen!

 

September 2012

Gropiusstadt feiert in diesem Jahr seine 50 Jahre Geschichte! Im Rahmen vieler Veranstaltungen gab es die Möglichkeit, im Gropiushaus in den obersten Stock zu fahren, den Sonnenuntergang zu bestaunen – und natürlich die Aussicht. Mal wieder zeigte sich, dass die Gropiusstadt von oben gesehen alles andere als eine Betonwüste ist, sondern dass das Grün am Stadtrand gleich erreichbar ist.

 

Juli 2012

Gewaltig. Tosend! Foz de Iguaçu mit 275 einzelnen Wasserfällen auf einem Gebiet, das mehr als drei Kilometer breit und 80 Meter hoch ist. Die Fälle sind breiter als die Victoriafälle und höher als die Niagarafälle. Sie gehören zu ungleichen Teilen zu Brasilien und Argentien. Ein unglaubliches Schauspiel…

 

Mai 2012

Farbwechsel. Polen, Gniewoszyce – ein Ort mit sieben Einwohnern. Temporärer Gast: eine ungewöhnliche Tulpe. Sie lehrt uns, dass es mehr gibt als immer nur Schwarz-Weiß zu sehen, ein Entweder-Oder. Es gibt auch Gradliniges Gelb-Rot. Das erweitert durchaus den eigenen Horizont!

April 1992

Berlin – vergessener Ort. Letztens habe ich brasilianische Freunde durch Mitte geführt. Unter anderem waren wir in den Hackeschen Höfen und gleich nebendran liegt ja noch ein nicht saniertes Kleinod, die Rosenthaler Straße 39, wo auch das Anne Frank Museum untergebracht ist! Dort hatte ich mein erstes Medienbüro Mitte gegründet, mit Blick auf abgeblätterte Fassaden, wo viele Künstler residierten. Einen besseren Ort gab es kaum, um die Wendezeit zu erleben, leider eben auch die Verwandlung von Mitte. Noch immer gibt es das Kino Central, den Club Eschloraque… Viel Graffiti im sonst so geleckten Kiez. Dies erinnerte mich wieder an ein Foto, dass ich 1992 aufgenommen habe, auf Entdeckungstour in Berlin. In irgendeinem Hinterhof – ich weiß tatsächlich nicht mehr wo er lag. Joseph Beuys lachend, typisch, an einer Brandmauer, riesengroß. Es erinnerte mich auch daran, dass es eine Zeit war, wo jede/r irgendwie auf der Suche war und extrem viel Freiheit genossen hat. Ja, jeder ist ein Künstler, sagte Beuys, und man nahm es gerne an. Heute oder morgen vielleicht, dann werde ich Beuys beherzigen:
„Unterhalte das Kind in Dir, Du bist unschuldig,
baue eine Burg aus Decken,
werde nass,
umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe.“
Warum nicht?

April- Ostern 2012

Uckermark: Es ist weit, hügelig und wunderschön. Einfach paradiesisch ruhig. Für die Kirchen wohl zu ruhig. Auf einem Spaziergang bin ich auf diese – zugegebenermaßen nicht sehr imposante – Kapelle gestoßen. Sie scheint ganz offensichtlich für Gläubige nicht mehr offenzustehen, mehr noch. Gäste scheinen ganz und gar nicht erwünscht. Was das wohl zu bedeuten hat – so für die Kirche, ganz allgemein?

 

Februar 2012

Wie ein Fisch im Wasser – so möchte man sich ab und an mal fühlen. Großaugig, ruhig und gelassen, stumm, zahnlos und dick. Gern gesehen und immer geschützt – wie der Spiegelkarpfen im Müritzmuseum. Hier kann man das größte Aquarium Deutschlands mit Süßwasserfischen besuchen.

Die klirrende Kälte und die schon bewältigten Wintermonate lassen – geben wir es ruhig zu – uns nach dem Sommer sehnen: nach nur einer dünnen Kleiderschicht auf der Haut, nach genüsslichem Verweilen an der frischen Luft. Mir kam in den Sinn, endlich mal wieder bei lauer Abendluft draußen zu sitzen, irgendwo nett zu essen… Zum Beispiel bei Papá Pane in Mitte, wo der Pizzabäcker persönlich schon mal die Flugkünste seiner Pizzen auf dem Bürgersteig vorführt. Wenn ich mich nicht ganz irre, dann hat er mit seinen rotierenden Scheiben schon etliche Wettbewerbe gewonnen.

 

Januar 2012

Ungewöhnliche Perspektiven bot die Installation des Künstlers Tomás Saraceno in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof: 20 überdimensionale Ballons umfasste die Ausstellung „Cloud Cities“, mit der Saraceno Himmel und Erde verbindet, Gärten in der Luft gestaltet… Zwei Ballons können bestiegen werden. Von unten betrachtet, schwimmen die Besucher einfach in der Luft, in Seifenblasen, die zu platzen drohen.

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